MWO Marktinfo 06/2015
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A + E-Leser

Personen, die ein Exemplar einer Zeitschrift lesen, das nicht aus einer Lesemappe stammt. Das gelesene Exemplar wird also im Abonnement, im Einzelverkauf oder kostenlos bezogen

 

Abhängige Variable

Als abhängige Variable bezeichnet man diejenige Variable, deren Werte durch eine oder mehrere andere Variable bestimmt werden. Diese heißen entsprechend unabhängige Variable.

 

Abonnement

Kurzform: Abo, franz. Vorausbestellung Zeitungen und Zeitschriften können im Abonnement bei Verlagen oder der Post bestellt werden. Die Lieferung der einzelnen Ausgaben erfolgt über einen bestimmten Vertragszeitraum. Eine weitere Bezugsart dieser Medien ist der Einzelverkauf (EV), bei Zeitschriften auch der Lesezirkel (LZ).

 

Absatzplan

Definition der Produkt-Größenordnungen, die ein Unternehmen innerhalb einer Planperiode absetzen kann bzw. muß -sie ist Grundlage für alle weiteren unternehmerischen Planungen (vom Investitions-bis zum Ertrags-und Gewinnplan). Es gibt: a) den kurzfristigen Absatzplan mit einer Gültigkeit bis zu einem Jahr, mit dem die Verkaufsquoten zeitmäßig, regional und nach Warenbereichen fixiert werden und b) den langfristigen Absatzplan als Grundlage für die langfristige Unternehmenspolitik. Alle verkaufsorientierten werblichen Aktivitäten zählen zu den absatzpolitischen Maßnahmen.

 

Absatzpolitische Maßnahmen

Unter dem absatzpolitischen Instrumentarium versteht Erich Gutenberg folgende Maßnahmen:

  1. Preispolitik
  2. Werbung
  3. Produkt-und Sortimentsgestaltung
  4. Absatzmethoden

 

Absatzquote

bezeichnet die Produktgrößenordnung, die ein Unternehmen gemessen an seinen Produktionsmöglichkeiten auf den entsprechenden Märkten absetzen kann.

 

Absatzstatistik

Instrument    der    Absatzforschung,    um    quantitativ    die    Zusammenhänge zwischen    Unternehmen    und    Konsumenten    (Kunden)    zu    analysieren.    Die fixierten Daten können nach Mengen, Preisen, Produktgattungen, Kunden oder Verkaufsbezirken dargestellt werden.

 

Affinität
Affinität ist die Relation der Zielgruppenreichweite zur Gesamtreichweite eines Mediums. Werden zur Berechnung Reichweitenprozente gewählt, ist das Ergebnis der Reichweiten-Index, nimmt man absolute Reichweiten als Berechnungsgrundlage, ergibt sich daraus der Zielgruppenanteil.

 

Affizierbarkeit
Im leseranalytischen Sinne die Beeinflußbarkeit der Anzeigenwirkung durch die Lese-Umstände, Lese-Gewohnheiten oder andere Voraussetzungen.

 

AG.MA
Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse e.V. ist der Zusammenschluß von Werbungsmittlern, Werbeträgern und Werbungtreibenden mit dem Ziel, vergleichende Media-Analysen zu erheben. Die seit 1954 durchgeführten Untersuchungen gehören zu den Standardwerken der Mediaforschung. Bis 1971 hieß sie AGLA "Arbeitsgemeinschaft Leseranalyse e.V.", wurde dann aber aufgrund der Einbeziehung weiterer Medien umbenannt.

 

AGF-Planungsdatei
Sie basiert auf GfK-Meßdaten und ist einsetzbar für intramediale Auswertungen von Werbefernsehen bei halbjährlicher Aktualisierung des Datensatzes. Ausgewiesen werden die Werbeträger-Kontaktchance nach MA-Konvention und die Werbemittel-Kontaktchance ausgehend von der durchschnittlichen Minutenreichweite.

 

Agostini-Ansatz
Definition zur Einstufung von Lesequalitäten nach Art der Leser. Jean-Michel Agostini unterscheidet:
1. Hauptleser (bewußte Hauptleser)
2. Zweitleser (zufällige Hauptleser und Mitleser zu Hause)
3. Drittleser (Mitleser anderenorts)

 

AIDA-Modell
In den USA im Jahre 1898 entwickeltes Modell der Stufen der Werbewirkung:
Attention (Aufmerksamkeit)
Interest (Interesse)
Desire ("Kaufwunsch")
Action (Handel/"Kauf")
In der heute vorherrschenden Situation gesättigter Märkte verliert dieses Modell an Gültigkeit und wird durch aktuellere ersetzt. Modellvorstellungen dieser Art sind wichtig, wenn es darum geht, durch Anzeigentests oder ähnliche Verfahren die Werbewirkung abzuschätzen.

 

Aided Recall
passiver Bekanntheitsgrad auch gestützter Bekanntheitsgrad. Aktiver Bekanntheitsgrad auch ungestützter Bekanntheitsgrad, unaided recall. Ermittlung des Bekanntheitsgrades eines Produkts, einer Person oder Firma, ohne Gedächtnishilfen (passiver Bekanntheitsgrad).

 

Analogieschluß
Analogie = Ähnlichkeit, Übereinstimmung. In der Mediaplanung braucht man den Analogieschluß, um Zielgruppeninformationen von einem Datenbestand in einen anderen zu übertragen. Im allgemeinen ist das gemeinsame Bindeglied unterschiedlicher Studien die demografische Personenbeschreibung. Konsumzielgruppen aus Markterhebungen werden entsprechend ihrer demografischen Struktur definiert; das ermöglicht den Übergang in eine Media-Analyse mit gleicher demografischer Personenbeschreibung. Ein solches Vorgehen birgt allerdings Fehlerquellen, sicherer ist die Information aus einer Datenquelle Single-Source-Erhebung.

 

Analyse
Technik der Verarbeitung von Untersuchungsdaten. Sie geht oft auf mathematischstatistische Verfahren zurück. Die Bezeichnung wird auch verwendet für das Ergebnis eines solchen Vorgehens, also den fertigen Bericht und als Kurzbezeichnung für die Media-Analyse.

 

Anschnitt
Bilder oder Anzeigen, die über den Satzspiegel eines Druckerzeugnisses hinaus bis an den Rand einer Seite reichen, bezeichnet man als angeschnitten. Diese Möglichkeit bieten nur Print-Titel, die eine nachträgliche Verarbeitung durch Kantenbeschnitt erfahren.

 

Antizyklische Werbung
sind Aktivitäten aus konjunkturellem Anlaß. Das heißt überproportionale Werbeaufwendung zu einem Zeitpunkt, in dem Nachfrage und Beschäftigung in der Volkswirtschaft rückläufig sind (Rezession) bzw. Einschränkung der Werbeaufwendungen in Boomzeiten. Ein wissenschaftlicher Beweis für die generelle Richtigkeit der antizyklischen Werbung ist bisher nicht erbracht worden.

 

Anzeige (Annonce, Inserat)
Seite oder seitenanteiliger Raum, der in Printmedien für werbliche Kommunikation in der Regel gegen Entgelt zur Verfügung steht. Inhalt und Gestaltung von Anzeigen unterliegen presserechtlichen Bestimmungen.

 

Anzeigen-Test
Verfahren, um vorher oder nachträglich (Pre-bzw. Posttest) die "Wirkung" von Anzeigen zu analysieren. Die Aussagekraft solcher Anzeigentests ist sehr stark abhängig von der jeweils angewandten Methode und der Definition dessen, was man als "Wirkung" versteht (Impact-Test, Foldertest, Copy-Test, Recall, Recognition).

 

Apperzeption
"Bewußte Wahrnehmung" (Perzeption)

 

Approximation
(Annäherung), in Media-Selektions-Modellen angewandte Technik der Berechnung der Kontaktwahrscheinlichkeit, welche gegenüber der exakten Convolution eine nach Genauigkeit und Aufwand vertretbare Näherungslösung bietet (Auswertungsverfahren).

 

Auflage
Unter Auflage wird ohne nähere Bezeichnung üblicherweise die Druckauflage verstanden; das ist die Anzahl der hergestellten Exemplare einer Nummer oder Ausgabe eines Druckerzeugnisses. Die Höhe der Auflage ist ein wesentliches Kriterium für die Kalkulation des Anzeigenpreises. Verkaufte Auflage: Anzahl der Exemplare, die durchschnittlich von einer Ausgabe im bezahlten Abonnement (A-Auflage) sowie im Einzelverkauf (E-Auflage) verkauft werden, außerdem sonstige verkaufte Hefte, die z. B. geheftet im Lesezirkel (LZAuflage) an dessen Bezieher verliehen werden. Verbreitete Auflage: Verkaufte Auflage zuzüglich kostenlos vertriebener Exemplare.

 

Auflagengarantie
Garantie des Verlages für den Inserenten über eine bestimmte Auflagenhöhe. Preisfolgerungen aus einer Minderung dieser Angabe enthalten die Geschäftsbedingungen der Preisliste.

 

Aufmerksamkeitswert
Beachtungswahrscheinlichkeit z. B. für ein Werbemittel. In der Praxis werden Aufmerksamkeitswerte meist durch Copy-Test ermittelt.

 

Ausfälle
Interviews, die nicht zustande kommen, obwohl sie in der Stichprobe vorgesehen sind. Zu den Ausfällen, die die Repräsentanz berühren, gehören Verweigerungen und nichtangetroffene Personen (Ausschöpfung der Stichprobe, repräsentativ).

 

Ausgangsplan
Ein beliebiger Mediaplan (der vorausgegangenen Kampagne, Ergebnis einer Mediaselektion oder nach Erfahrungswerten zusammengestellt), der als Vergleichs-Basis dient, um Leistungskriterien von Alternativ-Plänen zu beurteilen.

 

Ausschöpfung der Stichprobe
Bei Random-Stichproben, also Erhebungen mit fest vorgeschriebenen Zielpersonen, führen nicht alle in der Stichprobe enthaltenen Zielanschriften zu einem Interview: Durch Verweigerungen, Nichterreichen bei mehrmaligem Besuch usw. kann die Stichprobe nur zu einem gewissen Prozentsatz ausgeschöpft werden. Diese Ausschöpfung der Stichprobe ist ein unmittelbares Qualitätsmerkmal; sinkt sie unter eine gewisse Grenze, so ist die Stichprobe nur von begrenzter Repräsentanz. Bei Media-Analysen werden im allgemeinen Ausschöpfungsquoten von 75 bis 80 Prozent vorausgesetzt. Bei Quoten-Stichproben sind solche Ausfälle nicht erfaßbar, aber natürlich in gleichem, wenn nicht stärkerem Maße wirksam (repräsentativ).

 

Auswahlverfahren
Technik, nach der eine Stichprobe gezogen wird. Im allgemeinen unterscheidet man das Random-und das Quotenverfahren; bei beiden Techniken gibt es verschiedene, in der Qualität, im Schwierigkeitsgrad und hinsichtlich der Kosten differierende Verfahrenskonzepte.

 

Auswertungsverfahren für Medien
Nutzungswahrscheinlichkeiten

 

Awareness
Bekanntheit durch Werbung (Schätzformel).

 

Axiom
Ohne Beweis anerkannter, geforderter Grundsatz.